Softwarevergleich

Teil von MarTech-Stacks für deutsche Unternehmen planen

Marketing-Fähigkeiten vor der Werkzeugwahl erfassen

Marketingaufgaben als Fähigkeiten beschreiben, heutige Hürden belegen und erst danach über Werkzeuge entscheiden.

Eine Marketing-Fähigkeit beschreibt, welches Ergebnis ein Team wiederholt erreichen können muss. Erfassen Sie dafür Arbeitsablauf, Beteiligte und benötigte Informationen. Erst wenn die Hürde im heutigen Ablauf klar ist, lässt sich beurteilen, ob ein Werkzeug fehlt.

Mit Aufgaben aus dem Alltag beginnen

Bitten Sie die beteiligten Teams um regelmäßig anfallende und besonders schwierige Aufgaben. Geeignete Beschreibungen sind etwa „eine freigegebene Kampagnenfassung an die zuständigen Kanäle übergeben“ oder „Rückmeldungen einer Maßnahme der passenden Kampagne zuordnen“. Begriffe wie „KI“, „Automation“ oder „360-Grad-Sicht“ benennen noch kein Ergebnis.

Halten Sie für jede Aufgabe Auslöser, gewünschtes Ergebnis, Beteiligte und benötigte Eingaben fest. Fragen Sie auch, was geschieht, wenn die Aufgabe fehlschlägt. So wird erkennbar, ob die Hürde bei Daten, Abstimmung, Berechtigungen oder der Ausführung liegt.

Feld / Beispiel

Aufgabe
Kampagnenfassung zur Veröffentlichung übergeben
Gewünschtes Ergebnis
Die zuständige Person erhält die freigegebene Fassung
Benötigte Eingaben
Inhalt, Zielkanal, Termin und Freigabestatus
Heutige Hürde
Der Status wird außerhalb des Arbeitswerkzeugs geklärt
Nachweis
Beteiligte können einen konkreten Übergabefall nachvollziehen

Fähigkeit und Umsetzung unterscheiden

Eine Fähigkeit umfasst oft Menschen, Regeln, Daten und mehrere Systeme. Eine Zielgruppe anzusprechen kann eine Definition der Zielgruppe, geeignete Daten, einen zulässigen Kontaktweg, Inhalte, Ausspielung und Auswertung erfordern.

Eine verfügbare Softwarefunktion belegt nicht, dass dieser gesamte Ablauf funktioniert. Die Zulässigkeit personenbezogener Datennutzung und Direktwerbung ist für den konkreten Fall zu prüfen.

Ordnen Sie den heutigen Weg je Fähigkeit ein: verlässlich, mit Umwegen, nur in einzelnen Teams oder derzeit nicht möglich. Verlangen Sie zu jeder Einschätzung einen nachvollziehbaren Fall. Wenn jemand regelmäßig Tabellen von Hand abgleicht, sollte dieser Aufwand sichtbar bleiben, auch wenn das Ergebnis am Ende erreicht wird.

Ist-Zustand vs. gewünschtes Ergebnis bei einer Marketing-Fähigkeit

Ist-Zustand
Status wird außerhalb des Systems geklärt; manuelle Abstimmung erforderlich
Gewünschtes Ergebnis
Automatisierte Übermittlung der freigegebenen Fassung an die zuständige Person

Lücken nach Wirkung sortieren

Priorisieren Sie anhand der Bedeutung und Häufigkeit der Aufgabe, ihrer Folgen bei Fehlern und der Frage, ob ein einfacher Prozessschritt die Hürde beseitigt. Halten Sie auch fest, welche Fähigkeit vorerst nicht aufgebaut werden soll. So bleiben spätere Produktanforderungen auf die gewünschten Ergebnisse begrenzt.

Das Ergebnis ist eine kurze Übersicht mit Fähigkeiten, zugehörigen Aufgaben, Ist-Zustand, Hürden, Verantwortlichen und gewünschtem Ergebnis. Sie dient als Grundlage für die Stackplanung. Konkrete Produktanforderungen und Anbieterentscheidungen folgen erst danach.

Priorisierung von Fähigkeiten nach Wirkung und Häufigkeit

  1. Fähigkeit: Kampagnenfassung übergebenHäufigkeit: Hoch, Wirkung: Sehr hoch, Hürde: Datenabgleich außerhalb des Tools
  2. Fähigkeit: ZielgruppenzuordnungHäufigkeit: Mittel, Wirkung: Hoch, Hürde: Zulässigkeit personenbezogener Daten
  3. Fähigkeit: Rückmeldung zuordnenHäufigkeit: Mittel, Wirkung: Mittel, Hürde: Manuelle Zuordnung durch mehrere Teams

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